Baugesetze / Bauprodukte

      Das BauPG, Art. 8, Abs. 1, verlangt, dass der Hersteller
      innerhalb einer Leistungserklärung «die Verantwortung
      für die Übereinstimmung des Bauprodukts mit der erklärten Leistung übernimmt». In der Praxis bedeutet dies nichts anderes, als dass der
      Hersteller gemäss einem vorgegebenen Konformitätsnachweisverfahren
      (EN 1090-1) die Einhaltung vorgegebener technischer Regeln (EN 1090-2;
      1090-3) nachweist.

      Eine Leistungserklärung ausstellen dürfen nur Betriebe, die sich
      vorgängig in der EN 1090 zertifizieren liessen. Diese
      Betriebe verfügen über eine Werkseigene Produktionskontrolle
      (WPK), die es dem Hersteller erlaubt, zu jedem Zeitpunkt des Planungs-, Herstellungs- und Montageprozesses die Einhaltung der Norm nachzuweisen. Neben schriftlichen Verfahrensanweisungen und der Erfüllung von Qualitätsanforderungen im schweisstechnischen Bereich werden interne regelmässige Kontrollen und Prüfungen in der Planung, der Herstellung und
      der Montage verlangt.

      Bis zum Ablauf der Übergangsfrist am 30. Juni 2015 können Bauprodukte
      noch nach dem alten Recht in Verkehr gebracht werden. Ab dem 1. Juli 2015 müssen die Vorgaben des revidierten BauPG zwingend erfüllt werden. Hersteller, die nicht zertifiziert sind, trotzdem aber eine Leistungserklärung ausstellen beziehungsweise darauf verzichten, verstossen gegen
      geltendes Recht und riskieren eine Bestrafung gemäss BauPG, Art. 26, Art. 1–4.